Ziemlich beste Freunde
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(123 Kundenrezensionen )
Produktinformation
- Verkaufsrang: #31 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2012-09-07
- Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Untertitel in: Deutsch, Französisch
- Länge: 108 Minuten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
91 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein herausragendes Plädoyer für die Menschlichkeit und Barrierefreiheit des Denkens - jetzt schon Komödie/Drama des Jahres 2012!
Von Retro Kinski
MEDIUM:
(Bewertung der Blu-ray/DVD Bild-, Ton- und Extras-Qualität und Aufmachung wird sobald erschienen nachgereicht - 07.09.2012)
FILM (OHNE SPOILER !):
Ich habe kein ausgeprägtes Faible für Komödien aber ich kann sämtlichen Höchstwertungen für ZIEMLICH BESTE FREUNDE nur uneingeschränkt zustimmen. Der Film ist zwar erst Anfang 2012 angelaufen aber sicherlich jetzt schon der beste Kandidat für die Komödie bzw. Drama des Jahres. Selten habe ich so nachhaltig gelacht bis die Tränen kamen und war gleichzeitig so berührt von der Geschichte und der unschlagbar ergreifenden und natürlichen Darstellung der Protagonisten. Wem dieser Film nicht gefällt der hat kein Herz.
Der vorbestrafte und arbeitslose Driss (Omar Sy) will eigentlich gar keinen Job, er bekommt aber eine Chance von dem reichen, allerdings vom Hals abwärts querschnittsgelähmten Philippe (Francois Cluzet) probeweise als sein Pfleger zu arbeiten. Durch die zwangsweise intensive Beziehung kommen sich die beiden näher und Driss lernt Verantwortung zu übernehmen. Durch die unkonventionelle Art und Ideen gemeinsamer Unternehmungen von Driss und seiner liebenswert rauhen und unverstellten Art lebt Philippe geradezu auf und hat trotz seiner Lage wieder mehr Spaß am Leben...
Bei dem Film kann man keine Story vorab verraten, er lebt von der Darstellung wie dies geschieht. Die Kernaussage des Films ist, daß Philippe von seiner Umwelt KEIN MITLEID will und auch nicht erwartet. Genau das ist das Erfolgsrezept von Driss und seiner trotzigen und dadurch letztlich herzlich menschlichen Art. Dies deckt sich gut mit realen Wünschen von behinderten Freunden. Sicherlich sind die meisten der Unternehmungen und Events der beiden Freunde nur mit dem Budget des steinreichen Philippe umsetzbar und relativ weg von der Realität der normalen Menschen. Aber der Film basiert ja auf einer wahren Geschichte.
Die Story handelt von Menschlichkeit, Freundschaft und das generelle Prinzip des Aufbrechens des Denkens in Schubladen und der voreiligen Kategorisierung von Menschen. Der Film versteht es auch ohne billige Gags oder Klamauk und fast ohne jegliche Rührseligkeit sehr lustig zu sein, gleichzeitig gibt es viele Ansätze zum nachdenken und auch sehr berührende Szenen. Dies wird einerseits möglich durch die mitreissend komische und natürliche Art von Driss, andererseits durch die distinguiert-zurückhaltende aber auch sehr minimalistisch-ausdrucksstarke Mimik von Philippe.
Der Film hat eine ganze Reihe von im Gedächtnis haftenden Szenen. Eine der besten Szenen des Films - welche auch sinnbildlich für eine zentrale Filmaussage ist - ist als Driss durch seine Performance eine ruhige gesetzte Gesellschaft im Handumdrehen zur einer kleinen Discoparty umfunktioniert. Man schwankt zwischen Lachen und Weinen in dieser sehr emotionalen Szene. Dies alles ist unterstützt durch einen sehr guten und passenden melancholisch bis heiteren Soundtrack inkl. Kool and the Gang !. Die beiden Hauptdarsteller Francois und Omar sollten für den Oscar nominiert werden. Auch sämtliche Nebendarsteller sind exzellent besetzt.
Der Film ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit und es ist eine der besten Komödien/Dramas die ich jemals gesehen habe. Ich hoffe, daß dem Film ein US Remake erspart bleibt. Er ist durch seine gute aber unaufdringliche Message schon so perfekt und sollte nicht durch unnötige Hollywood Rührseligkeit und ebensolchen Pathos verwässert werden. Aber wenn wir "Pech" haben bereiten sich Dustin Hoffman und Will Smith schon auf die Rollen vor......
5/5 Sternen (selten so sicher zur Höchstnote gegriffen)
112 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
(Mehr als nur ein) Ziemlich guter Film!
Von Schwalbenkönig
Mein Eindruck des Kinofilms:
Der querschnittsgelähmte Philippe ist sicherlich nicht zu beneiden. Vom Kopf abwärts bewegungsunfähig führt er ein Leben, das sich in seiner Eingeschränktheit wohl kaum jemand so richtig vorstellen kann. Er hat nur einen "Vorteil" gegenüber den meisten Menschen, denen es ähnlich geht: Er ist reich. Und so kann er sich genug Personal leisten, das sich rund um die Uhr um ihn kümmert. Aktuell sucht er dafür (wieder einmal) einen persönlichen Pfleger. Bei den zahlreichen Bewerbungsgesprächen taucht plötzlich ein junger Mann namens Driss auf, der eigentlich nur eine Unterschrift für's Arbeitsamt will. Und Philippe entscheidet sich genau für diesen Mann! Warum ist allen Beteiligten ein großes Rätsel, denn der schwarze Driss kommt aus der Unterschicht Paris' und passt nicht wirklich in diese vornehme Welt. Was sieht Philippe in Driss? Im Verlauf dieser Geschichte nach einer wahren Begebenheit gibt es die Auflösung. Und noch so einiges mehr...
Filme über das Aufeinanderprallen von Personen aus völlig unterschiedlichen Kulturen gibt es wie Sand am Meer. Sie sind oft voll mit Klischees und meist auf reinen Klamauk ausgelegt. Filme über Behinderungen sind schon schwerer zu finden und dann entweder sehr dramatisch (Schmetterling und Taucherglocke, Das Meer in mir) oder sehr fröhlich (Wo ist Fred?). Klar, es ist ein sensible Angelegenheit. Die Franzosen Olivier Nakache und Eric Toledano (Regie & Drehbuch) haben sich nun beider Themen gleichzeitig angenommen und bei der Umsetzung ist ihnen der sensationelle Spagat zwischen dem Entweder und Oder gelungen. Sie haben eine Dramödie geschaffen, die für mich bisher unerreicht in Sachen Wechselbad der Gefühle und Feingespür ist. Mal krampfartiges Lachen, mal tiefes Mitgefühl. Aber immer mit treffsicherer Herzlichkeit und auch immer mit einer dicken Portion Charme, an der die beiden Hauptdarsteller nicht unwesentlich beteiligt sind. Wo hat sich der Omar Sy (Driss) eigentlich bisher versteckt? Ich hoffe jetzt schlägt seine Stunde und in Zukunft gibt es noch mehr von ihm zu sehen. Das war richtig stark! Was übrigens auch für Francois Cluzet gilt. Mehr davon! Vergessen will ich selbstverständlich nicht den prächtigen Soundtrack, der genau wie der Rest des Streifen die perfekte Mischung ist und natürlich den netten Beigeschmack der wahren Begebenheit. Ob alles genau so wie gezeigt stattgefunden hat, weiß ich nicht, aber das macht nichts, schließlich ist dies ein Film. Und Filme sollen unterhalten. Was "Ziemlich beste Freunde" eindrucksvoll macht!
Mein Fazit: Mein Lieblingsfilm des Winters ist ein Film zum Lachen, Wohlfühlen und Nachdenken. Fans von Komödien werden diesen Film mindestens gut finden, Fans von Dramen werden sehr gut unterhalten. Wer beide Genres mag, glaubt sich im Filmhimmel!!
Das Filmzitat: "Keine Arme, keine Schokolade!"
Vergleichbar mit: The King's Speech, Little Miss Sunshine
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein grandioser Film
Von gaebheimer
Nachdem der Inhalt dieses Filmes mehrfach ausführlich beschrieben wurde, möchte ich auf die negativen Rezessionen und markante Punkte des Films eingehen.
In den kritischen Rezessionen wird dem Film vorgeworfen es werden platte Gags verwendet, weiß-schwarz Rassismus, oder Werbung (z.B. für Maserati).
Hierzu ist folgendes zu sagen:
Driss ist aus den Vororten von Paris, bereits vorbestraft und nicht erpicht zu arbeiten. Das trifft nun leider einmal die Realität, dass in den Pariser Vororten oft keine Franzosen leben. Driss hätte auch eine andere Hautfarbe, oder Nationalität haben können. Es wird außerdem im Film darauf eingegangen, indem auch die schlechte Lebenssituation dargestellt wird.
Die mehrheitliche Situation ist nunmal in Frankreich, wie auch in vielen anderen Ländern so, dass das Verhältnis von arm und reich sich auch so verteilt.
Da Driss aus den Armenvierteln stammt und nicht die beste Bildung erfahren hat (kann man auch aus dem Film entnehmen) wird man keine hochgradigen, poetischen Wortwitze erwarten können. Die Gags sind zwar teilweise wirklich derbe, aber auf eine so charmante Art dargestellt, dass man dennoch immer wieder lachen oder schmunzeln muss.
Auch ist es nicht unbedingt eine Werbung für Maserati. Das für einen Menschen wie Driss so ein Auto der Hammer ist, ist wohl selbsterklärend. Außerdem ist Philippe ein steinreicher Mann mit Stil, dem man sicherlich nicht einen Ferrari abgekauft hätte. An der Stelle des Maserati hätte auch eine andere Nobelmarke stehen können. Im Laufe des Filmes stellt sich heraus, daß Philippe die Extreme des Lebens bewunderte, von daher ist es auch nicht verwunderlich, daß er ein teures, sehr schnelles Auto aus der Zeit vor seiner Querschnittslähmung besitzt.
Ich finde diese Einwände daher alle samt unbegründet, aber es muß immer Leute geben, die etwas zu meckern haben.
Ich persönlich finde den Film grandios. Es wird ein schwieriges Thema mit einem gewissen Charme dargestellt und auch wenn es teilweise harte Dialoge in diesem Film gibt, so sind diese zu keiner Zeit plump.
Für mich ist der Film auch realistisch und nachvollziehbar. Auch gibt es kein wirkliches Hollywood-Happyend. Zwar hat Driss anscheinend eine eigene Firma gegründet, dies erfährt man aber nur am Ende durch einen Satz und man weiß auch nicht, wie es für ihn weiter gelaufen ist.
Dafür, dass dieser Film doch einen sehr tragischen Hintergrund hat, ist er viel lustiger, als ich es erwartet habe. Ich hatte nach den Kritiken extrem hohe Erwartungen an den Film und es war einer der ganz wenigen, die es geschafft haben meine Erwartungen noch zu übertreffen.
Ganz klares Urteil: 5 Sterne. Wenn es 10 zu vergeben gäbe, würde ich 10 geben.