Maman ist kurz beim Friseur
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Produktbeschreibung
Französisch-Kanada im Sommer 1966: Für die 15-jährige Élise und ihre beiden jüngeren Brüder beginnt das bisher idyllische Familienleben zu bröckeln, als herauskommt, dass ihr Vater eine Affäre mit einem seiner Golfpartner hat. Als ihre Mutter die Familie verlässt um einen Job in London anzunehmen, ist der zurückgelassene Vater vollkommen überfordert.
Und die drei Kinder gehen ganz unterschiedlich mit der Situation um. Während Benoît, das Nesthäkchen der Familie, seine Einsamkeit und Frustration in alarmierenden Verhaltensweisen zum Ausdruck bringt, bastelt sein Bruder Coco unbeirrbar in der Garage an seiner Seifenkiste weiter. Élise hingegen flüchtet sich nicht in ihre eigene Welt, sondern beginnt die Menschen um sich herum kritischer
Produktinformation
- Verkaufsrang: #5107 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2010-11-19
- Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Formate: Dolby, PAL
- Untertitel in: Deutsch
- Länge: 94 Minuten
Features
- Regie: Léa Pool
- Medium: DVD
- Laufzeit: ca. 93 Minuten
- Label: Senator Home Entertainment
- Bildformat: 1.85:1
Beschreibung
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Schule ist aus, die Sommerferien stehen vor der Tür und die Gauvin-Kinder können es – ebenso wie die anderen Kinder aus ihrer beschaulichen Siedlung – kaum erwarten nach Hause zu kommen. Während Coco in den Ferien die ultimative Seifenkiste bauen möchte, fühlt sich seine große Schwester Élise magisch vom nahen Fluss angezogen, gerade weil er eigentlich verboten ist. Alles spricht dafür, dass die Kinder – wir schreiben das Jahr 1966 im kanadischen Québec – einen herrlichen Sommer vor sich haben. Doch was wie die perfekte Kindheitsidylle erscheint, bekommt alsbald tiefe Risse
Die Kinder spielen ungestört von den Erwachsenen den ganzen Tag draußen in der freien Natur und hängen ihren Träumen nach: Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Und es zeigt sich dann auch, dass der (für den Zuschauer zunächst) nostalgisch rosarot gefärbte Blick in die Vergangenheit keine ungetrübte Idylle von Frieden und Freiheit einer behüteten Kindheit zeigt. Die scheinbar heitere Fassade beginnt zu bröckeln, als Élise – aus Rache, weil sie nach den Ferien ins Internat soll – ihre Mutter mit anhören lässt, dass ihr Vater eine Affäre mit einem anderen Mann hat. Überstürzt verlässt diese daraufhin ihre Familie, um einen Job als Auslandskorrespondentin in London anzunehmen. Der Vater ist völlig überfordert mit der Situation, die Kinder versuchen jedes auf seine Art mit dem Verlust klar zu kommen: Coco arbeitet wie besessen an seiner Seifenkiste, Élise freundet sich mit dem stummen Außenseiter an, der in einem Wohnwagen am Fluss wohnt, und Benoit, der Jüngste, wird zunehmend verhaltensauffällig.
Léa Pool zeichnet das einfühlsame Porträt einer Kindheit, das nur auf den ersten Blick eine behütete Idylle zeigt. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die Kinder fast völlig sich selbst überlassen sind: Sie können zwar tun und lassen, was sie wollen. Aber es kümmert sich auch niemand um sie, ja zum Teil müssen die Kinder sogar Sorge für ihre Eltern tragen. Als der Sommer zu Ende geht, heißt es für Élise Abschied von der Kindheit zu nehmen: Sie muss erkennen, dass das Leben grausam sein kann und nicht nur ihre Familie die Probleme hinter der Wohlstandsfassade zu verbergen sucht. Pool ist ein wundervoller Film über die Kindheit aus der Perspektive der Kinder gelungen, der auch die Erinnerung an die Bilder unserer eigenen Kindheit, an schier endlose Sommer und das Gefühl der Zeitlosigkeit wieder wach ruft. Ein kleines cineastisches Meisterwerk – uneingeschränkt empfehlenswert. -- Ellen Große
VideoMarkt
Im Sommer 1966 bricht im vormals friedvollen Haushalt der frankokanadischen Familie Gauvin plötzlich das Chaos aus. Aus heiterem Himmel für die drei Kinder, von denen die älteste Tochter Elise die Schuld dafür irgendwie bei sich sucht und die jüngeren Brüder nicht begreifen, dass die Mutter wegen einer Affäre des Vaters (mit einem Mann) das Weite suchte. Dennoch versuchen alle, so gut als möglich normal weiterzuleben. Doch insbesondere die langsam zu Frau reifende Elise ist mit der neuen Mutterrolle für den zunehmend verhaltensauffälligen Jüngsten überfordert.
Video.de
Einfühlsame Geschichte über das Erwachsenwerden unter auf den ersten Blick idyllischen und behüteten, auf den zweiten jedoch ziemlich verqueren und erschwerten Bedingungen. Die Eltern machen ihr Ding, ohne sich um die Auswirkungen auf den Nachwuchs groß zu kümmern, und die Kinder, denen der Film gehört und aus deren Perspektive er erzählt ist, sammeln Erfahrungen auf die harte Tour und müssen sich praktisch behelfen bei den Sachen, die so auf sie einprasseln. Gleichwohl ein heiterer, optimistischer Film mit wunderschöner nostalgischer Atmosphäre.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein beeindruckendes Jugend-Drama
Von Filmfan82
Zitat: "Von unglücklichen Kindern würde ich nie erzählen wenn ich ein Buch schreibe. Das ist zu gewöhnlich."
Das ist wohl DIE Kernaussage dieses Films. Man kann sagen, der Film dreht sich um diesen einen Satz, ist um diesen herum aufgebaut.
"...Maman ist kurz beim Friseur" erzählt eine etwas ernstere Geschichte, gepaart mit Tragik und Humor. Eine solche Handlung bekommt man nicht alle Tage zu sehen, sie regt an zum Nachdenken, zum "In sich kehren". Die Darsteller interpretieren ihre Rollen absolut glaubwürdig, allen voran Marianne Fortier als Elise. Elise muss schon sehr früh erwachsen werden, da ihre Mutter die Familie verlässt. Sie versucht, ihren Geschwistern eine Art Mutterersatz zu sein, obwohl sie eigentlich selbst große Sehnsucht nach ihrer Mutter verspürt. In diesem Sommer lernt Elise aber auch, dass sich hinter der ewig-glücklichen Fassade der Erwachsenen weit mehr Elend, Verzweiflung und Probleme türmen, als sie geglaubt hat. Ich finde es grandios, wie man im Laufe des Films die Entwicklung des Charakters Elise erfährt. Das ist sensationell gut gespielt.
"Maman ist kurz beim Friseur" ist ein Film mit dem passenden Soundtrack, sonnigen Farben, tollen Kostümen und Kulissen. Gerade zu Anfang ist der Ton des Filmes locker und freudig. Nach und nach stellt sich Elise als Hauptcharakter heraus und in ihrem Erkenntnisprozess, ausgelöst durch den Auszug ihrer Mutter, baut der Film einen ernsteren, tragischeren Ton auf, der jedoch immer wieder durchbrochen wird von humorvollen Momenten. Das Hauptaugenmerk des Films liegt klar auf dem Erleben der Kinder.
Nun noch kurz zur Handlung:
Die Geschwister Elise, Coco und Benoit wachsen sorglos in einer beschaulichen Siedlung auf. Sie freuen sich auf den kommenden Sommer mit Picknick und Ausflügen, doch alles läuft ganz anders als erwartet... Viel mehr darf man hier nicht verraten, da man sonst schon zu viel verraten hat.
Besonders erwähnenswert ist, dass die DVD ein Wendecover enthält. Dieses macht die DVD auch für die Gegner der FSK-Logos interessant.
Léa Pool schuf hier einen TV-Film (bei uns als DVD-Premiere), den man durchaus auch im Kino hätte zeigen können. In Tragik, Humor, schauspielerischer Leistung und Ausstattung steht er anderen Kinofilmen in nichts nach. Einfach toll, unbedingt sehenswert!
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Hinreißend
Von Stephan M
Kaum zu glauben, dass das ein TV-Film sein soll, so ungewöhnlich besonders und durchdacht sind die Bilder dieses mit dem Selbstbewusstsein des geborenen Meisters erzählten Dramas, technisch auf allen Ebenen auf höchsten Niveau, eine unglaublich gute Besetzung und Schauspielerführung (allein die Kinder!), und so voller Zwischentöne und tiefer Fragen wie es dem Thema angemessen ist. Für mich der interessanteste Effekt war der seltsame Eindruck, den Gleichmut und Ausgeglichenheit des Vaters gegenüber seinen Kindern hinterließen: was man sich als Eltern so oft wünscht, kann auch in Belang- und Beziehungslosigkeit abdriften. Und es ist erstaunlich, wie tief noch das Dogma sitzt, dass eine Mutter ihre Kinder noch viel weniger verlassen darf, als der Vater, man kann sich kaum dagegen wehren. Unbedingt ansehen.
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es gibt Filme, da weiß man es schon bei den ersten Bildern
Von algi
dass man gut unterhalten wird. Dies ist so ein Film. Wie die hervorragend gut spielende 'Hauptdarstellerin' aus dem Schulbus in die Sonne schaut, wissend das nun die Ferien vor der Tür stehen, hat eine freudige Leichtigkeit, die einen sofort einnimmt. Dieses 'Zeitgefühl' von Kindern, die mal Schönes, dann wieder Schreckliches erleben, habe ich schon lange nicht mehr in so schönen Bildern umgesetzt gesehen. 'Kannst du keine normalen Probleme haben, wie wir alle' war für mich der Kernsatz der Geschichte. Wenn man mit 'A Simple Man' mit Collin Firth was anfangen konnte (der Trailer ist wohl auch deswegen hier vertreten), der liegt mit diesem Film nicht falsch, für mich ganz großes Kino.