Das Labyrinth der Wörter
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Produktbeschreibung
Es ist die Geschichte über eine dieser Begegnungen, die das ganze Leben verändern können: das Zusammentreffen in einem Park zwischen Germain (Gérard Depardieu), um die 50, praktisch Analphabet, und Margueritte (Gisèle Casadesus), einer kleinen alten Dame und leidenschaftlichen Leserin. Vierzig Jahre und hundert Kilo trennen sie. Eines Tages setzt sich Germain zufällig neben sie. Margueritte liest ihm Passagen aus Romanen vor und eröffnet ihm die Welt und die Magie der Bücher, von denen sich Germain immer ausgeschlossen fühlte. Für sein Umfeld, die Freunde im Bistro, die ihn bis jetzt für einen Einfaltspinsel hielten, wechselt die Dummheit mit einem Mal die Seite ... Aber Margueritte verliert immer mehr ihr Augenlicht und aus tief empfundener Freundschaft zu dieser charmanten, verschmitzten und aufmerksamen alten Dame, übt Germain lesen und zeigt ihr, dass er in der Lage sein wird, ihr vorzulesen, wenn sie selbst es nicht
Produktinformation
- Verkaufsrang: #210 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2011-06-09
- Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
- Formate: Dolby, DTS, PAL, Widescreen
- Untertitel in: Deutsch
- Länge: 78 Minuten
Features
- Medium: DVD
- Regie: Jean Becker
- Laufzeit: ca. 80 Minuten
- Label: Concorde Home Entertainment
- Bildformat: 2.35:1
Beschreibung
Movieman.de
Margueritte und Germain sind 2 recht gegensätzliche Menschen, die mit Verständnis und Willen eine tiefe Freundschft zu beiderlei Vorteil entwickeln. Sie lehrt ihn das Lesen und eröffnet ihm die Welt der Worte und er nutzt es, um der erblindenden Margueritte die Welt der Worte durch Vorlesen zu erhalten. Wunderbar szeniert und bis in die kleineren Rollen vortrefflich besetzt. Es ist schön anzusehen, wie man auch mit verhältnismäßig geringem technischen Aufwand, aber einer guten Geschichte einen kleinen, sehr feinen Film produzieren kann.
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Schärfe in Gesichtern ist beträchtlich. Depardieus Nase mit ihren vielen Falten (4.25) sind zwar nicht unbedingt sehensert, aber das ist nicht Bestandteil der Beurteilung. Auch das Blau der Latzhose und das Rosa der Strickjacke werden sehr authentisch abgebildet. Der Bildlauf ist sehr ruhig, nur in langen ruhigen szenen wie zu Beginn wackelt das Bild ein klein wenig. Grieseln tritt ebenfalls nur unwesentlich in hellen Hintergründen auf. Recht frontlastig aber sehr detailreich klingt der eutsche Ton. Im Restaurant (08.00) klimpern von links und rechts die Löffel und das übliche Gemurmel kommt dem allgemeinen Raumeindruck zu Gute. Dialoge sind klar verständlich und auf den Centerkanal fokussiert. Etwas mehr Luftigkeit und Körper in solch einem dialoglastigen Film könnte allerdings nicht schaden. Die französische Tonspur klingt deutlich kraftvoller und griffiger, als die dagegen recht trockenen deutschen Synchronfassungen. Einblicke in die Produktion gibt ein 20-minütiges Making o, das viele B-Rollaufnahmen zeigt, die mit einer zweiten Kamera die eigentlichen Dreharbeiten filmt. Neu ist ein Literaturverzeichnis in dem die im Film genannten Bücher aufgelistet werden. --movieman.de
VideoMarkt
Germain, ein korpulenter und ungebildeter Arbeiter um die 50, trifft auf die feinsinnige und kultivierten Margueritte, die bereits 90 Lenze zählt. Das ungleiche Duo sitzt auf der Parkbank. Sie liest ihm aus Romanen vor und öffnet ihm die Tür zur Literatur - einer für ihn fremden Welt, warf er doch kurz zuvor noch den Guide Michelin und den "Guide Maupassant" (Guy de Maupassant) in einen Topf. Seine Kumpels beobachten Germains Wandlung mit stetig wachsender Skepsis.
Video.de
Jean Becker ("Dialog mit meinem Gärtner") frönt in dieser sanften Komödie erneut seiner filmischen Leidenschaft, dem einfachen Leben auf dem Land und der großen Menschlichkeit "einfacher" Leute. Seine (Liebes-)Geschichte ist delikat, anrührend und mit großer Zärtlichkeit inszeniert. Die Protagonisten haben das Herz am rechten Fleck, und die Kombination von Gérard Depardieu mit der 96-jährigen Gisèle Casadesus macht den nostalgisch angehauchten Film zum schauspielerischen Erlebnis.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
120 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
bezaubernde "Liebesgeschichte" der anderen Art
Von Dulcii
Germain hat keinen Schulabschluss und ist alles andere als belesen.
So meint er, daß Guy de Maupassant wohl so etwas ähnliches wie der Guide Michelin sein müsse; eine Äußerung, die ihm -wie so oft- den Spott seiner Bekannten in seinem Stammcafé einbringt.
Obwohl sich Germain seines geringen Bildungsstandes durchaus bewusst ist, ist er aber nicht unzufrieden mit seinem Leben:
Mit Anbau und Verkauf von Gemüse und Obst und diversen Aushilfsjobs bestreitet der passionierte Gärtner seinen bescheidenen Lebensunterhalt und eine hübsche Freundin, die ihn aufrichtig liebt, hat er auch.
Als er eines Tages bei seiner Mittagspause im Park die kultivierte 95jährige Margueritte kennenlernt, bekommt sein Leben völlig neue Impulse:
Ermutigt und unterstützt von seiner Zufallsbekanntschaft macht sich Germain auf ins "Labyrinth der Wörter" und lässt sich zunächst von Margueritte aus deren Lieblingsbüchern vorlesen und beginnt dann auch selber mit der Lektüre zunehmend anspruchsvoller Literatur.
Zwischen dem ungleichen Paar wächst langsam eine tiefe Freundschaft.
Als Margueritte unvermittelt nach Belgien ziehen muss, weil ihr dort lebender Neffe, ihr einziger Verwandter, es sich nicht mehr leisten kann, die teure Altersresidenz in Frankreich zu bezahlen, fasst Germain einen Entschluss...
"Das Labyrinth der Wörter" ist ein ganz bezaubernder, typisch französischer kleiner Film über die ungewöhnliche Freundschaft eines ungleichen Paares.
Neben Anrührung und leiser Sozialkritik kommt auch der Humor nicht zu kurz, z B wenn der naive, aber herzensgute Germain die an Liebeskummer leidende Gastwirtin seines Stammcafés "trösten" will...
Ich kann den Film allen Freunden des europäischen Erzählkinos nur wärmstens ans Herz legen.
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Späte Erkenntnisse
Von Lothar Hitzges
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die unser Leben bereichern. Der Gelegenheitsarbeiter und Gärtner Germain hadert seit er denken kann mit seiner Mutter. Diese ist alles andere als eine Heilige und erfüllt Germain's Kritikpunkte immer wieder aufs neue. Darunter leidet Germain seit seiner Kindheit. Er fühlt sich trotz seiner Beliebtheit bei anderen Menschen beschränkt in seinen Möglichkeiten.
Da trifft er eines Tages im Park die fünfundneunzigjährige Margueritte. In ihr findet Germain eine Seelenverwandte. Margueritte entführt ihn in die noch nicht gekannte Welt der Bücher.
Die einfühlsame Geschichte wird leise und lautstark erzählt. Filigrane Dialoge feilen an den Charakteren der Protagonisten. Überraschende Wendungen und pfiffige Lösungen lassen keine Langeweile zu. Gut ausgestattete Szenarien verwöhnen das Auge und sorgen für Atmosphäre. Regie und Schauspieler ist sehenswerter Film gelungen.
40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Es war eine Begegnung der anderen Art und in Liebesgeschichten geht es nicht immer um Liebe..."
Von zeilensprung
Germaine Chaze ist ein einfacher Mann. Er lebt in einem Wohnwagen inmitten seines Gemüsegartens, den er liebevoll pflegt. Im Haus nebenan lebt seine Mutter - eine verlebte und boshafte alte Frau, die ihrem Sohn zeitlebens das Gefühl gegeben hat, ein Klotz an ihrem Bein zu sein.
Chaze hat keinen Schulabschluss und gilt als tumber Geselle, aber dennoch wird er in der Dorfgemeinschaft akzeptiert und von der Busfahrerin Annette zärtlich geliebt.
Im Park macht er die Bekanntschaft von Margueritte, einer alten, kultivierten Dame, die - wie er - mit den Tauben spricht. Die beiden kommen ins Gespräch und sind trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft auf einer Wellenlänge.
So beginnt eine platonische Liebe, die von den Geschichten, die Margueritte ihrem Freund vorliest, getragen wird.
Während ihrer Parkbankstunden herrscht ein besonderes Einvernehmen zwischen diesen beiden Menschen. Germaine, der kaum lesen und schreiben kann, begreift die literarischen Nachhilfestunden mit dem Herzen. Seine Freundin wiederum nimmt Germaine so wie er ist: Niemals ist sie belehrend und sie lobt sein besonderes auditives Gedächtnis. Sie vermittelt sich ihm mit den einfachen Worten, die er versteht. Allmählich vollzieht sich eine Wandlung im Leben des Arbeiters, die auch seinem Umfeld nicht verborgen bleibt...
Germaines Rolle ist dem französischen Vollblutdarsteller Gerard Depardieu auf den Leib geschneidert und sein weibliches Pendant Gisele Casadesus mimt die Rolle der Margueritte auf liebenswerte und authentische Art und Weise.
Wer jedoch bei dieser Romanverfilmung eine Art Fortsetzung von einem älter gewordenen Traumpaar aus dem Kultfilm "Harold and Maude" vermutet, wird enttäuscht sein.
Der Film ist zweifelsohne sehr schön und gelungen, aber ihm fehlt eindeutig das Format zum Filmklassiker.
Dazu ist die Geschichte - trotz glänzend aufgelegter Schauspieler - ein wenig zu brav geraten und zudem sehr auf Hochglanz poliert worden. Fast scheint es, als sei Goldstaub auf die Bilder gelegt worden, so leuchten die Farben und Figuren in weichgezeichneten Bildern. Von den Dialogen der Protagonisten bleiben oft nur kalenderspruchartige Sätze übrig.
Durchaus gefallen haben mir die Betrachtungen zu Albert Camus weltberühmtem Buch "Die Pest" und zu Romain Garys autobiographischen Roman "Frühes Versprechen", dessen oft zitierte Sätze eines der Leitmotive des Films sind.
"Das Labyrinth der Wörter" - noch immer in vielen Programmkinos zu sehen - ist eine Hommage an die Literatur, die jeden erreichen kann, der sich für sie öffnet!
Und es ist ein Appell an die Herzensbildung, die man auch ohne akademische Abschlüsse erwerben kann.
Ein Film mit hohem Wohlfühlfaktor, der nach dem Kinobesuch für ein gutes Gefühl sorgt. Kein Film für die Ewigkeit, aber unterhaltsam und mit einer guten Botschaft.
Anschauen ist keine verschwendete Zeit!